BarfussSchuhe


Die nächsten Monate und sogar Jahre werden für dich eine Übergangsphase sein. Barfuss leben oder mit Schuhe, die man Barfusschuhe nennt (keine Angst die sind nicht so hässlich, wie auf diesem Foto) ist leichter gesagt als getan. Schon nur aus psychologischem Gesichtspunkt. Bist du denn bereit dein schönstes Paar Nikes gleich in den Müll zu werfen? Ich schlage vor, du behältst es erstmal, aber deine "schönen Schuhe" dürfen ab jetzt nicht mehr in greifbarer Nähe liegen, wenn du aus dem Haus gehst. Dein erster Schritt soll sein, deine Füsse mit unserem Material und unseren Übungen zu rehabilitieren. Nicht morgen, sondern heute. Und nicht nur heute, sondern auch morgen. Während unseren Kollektivkursen oder in einem Privatkurs empfehlen wir dir gerne weitere Übungen für die Gesundheit der Gelenken deines Unter- und Oberkörpers. In einem zweiten Schritt musst du dann ein Paar Schuhe finden, die diesen Kriterien entsprechen:

Statt dir teure Schuhe zu verkaufen oder dir eine bestimmte Marke zu empfehlen, schicke ich dich lieber auf die Suche deiner neuen Schuhe in deinen Lieblingsläden. Somit wird auch dir bewusst, wie schwer es uns heutzutage gemacht wird, einen guten Schuh zu finden. Hier die Kriterien nach denen du dich richten musst. Dieses Paar ist dann dein Paar Barfussschuhe, die du neben deiner Eingangstür deponieren wirst und 6 von 7 Tagen auch wählen wirst. Wenn du einen echten Fortschritt erleben willst, benutze sich auch am Sonntag! Nebstdem machst du deine täglichen Übungen. Täglich. Vor, während und noch lange nach deiner Übergangsphase.


Keinen Absatz (also null Differenz in der Höhe zwischen dem vorderen und hinteren Teil des Schuhes. Vorsicht! Die meisten Schuhe scheinen von aussen keinen Absatz zu haben und sind doch erhöht, aber von innen)

Keine Unterstützung im Fussgewölbe (der zentrale Teil der Innensole ist oftmals etwas gepolstert und konvex unter deinem Fussgewölbe. Das soll ohne ärztliche Verordnung nicht sein!)

Platz für deine Zehen (du musst deine Zehen im Schuh weiterhin spreizen können. Deine Zehen dürfen auch nicht vorne ankommen, wenn deine Ferse das hintere Teil des Schuhes berührt)

Flexibilität (Nimm den Schuh zwischen deine Hände, biege und verdreh ihn. Er muss flexibel sein und sich in alle Richtungen ohne Widerstand biegen lassen)


"High-tech shoes, low-tech feet"

- IDO PORTAL -


Ich bin davon überzeugt, dass jedermann, Schritt für Schritt, all seine Schuhe in seinen Schränken loswerden sollte. Leider leben wir in einer Welt, wo viele Gefahren für unsere Füsschen lauern, ob sie jetzt in den Schuhen oder nackt sind. Unsere Wege sind betoniert, unsere Felder von Pestiziden bedeckt, die Parks voller Glasscherben, Plastik- oder Metallabfälle. Deshalb müssen wir alternative Lösungen finden, um unseren Füssen trotzdem die regelmässige und spezifische Bewegung zu geben, die sie brauchen. Die meisten Füsse, denen ich in meinen Kursen begegnet bin, haben eine zu schwache Muskulatur, um ihre Besitzer einfach barfuss nach draussen zu schicken und von ihnen zu erwarten, dass sie von einem Tag zum anderen barfuss leben. Wir brauchen einen intelligenten Übergang. So schnell wie möglich!


Auf den Weg zu einem Barfussleben

Laufe mit diesen Schuhen und barfuss. Bewege dich barfuss. Laufe mehr, bewege dich mehr. Dann laufe noch mehr und bewege dich noch mehr, immer öfters barfuss. Deine Haut wird sich verändern, vielleicht verlierst du sie sogar, aber nur damit eine neue Haut wachsen kann, eine robustere und praktischere. Starte mit dem Wandern und Bewegen mit deinen Barfussschuhen oder komplett barfuss während mehreren Monaten bevor du mit den Barfussschuhen oder barfuss joggen darfst. Behandle deine Füsse, wie wenn sie Schritt für Schritt rehabilitiert werden müssten. Klicke hier und sieh, was ich dir vorschlage.

 

Bei dieser Gelegenheit kannst du ja auch öfter mal zwischendurch laufen gehen. Anstatt abends ein intensives Kardiotraining zu machen hast du vielleicht schon mal daran gedacht, dich regelmässiger über den ganzen Tag zu bewegen? Du könntest auch öfters vom Bürostuhl aufstehen und 3 Minuten laufen, aus dem Gebäude ins Sonnenlicht gehen, den Kehr machen und dich zurück an die Arbeit machen. Dein Gehirn wird somit gelüftet und deine Zellen werden dir dankbar sein. Es wurde nämlich in verschiedenen Studien bewiesen (hier eine Studie und hier ein paar Zusammenfassungen des New York Times: 1) Kurze Wanderungen, 2) in der Natur, 3) wirken der negativen Auswirkungen des statischen Sitzens entgegen), dass kleine aktive Pausen, die über den ganzen Tag verteilt sind, die Gesundheit deines Hirns, deines Körpers und deine Kondition mehr fördern als ein einziges längeres Training derselben Aktivität. In dem du jede halbe Stunde während 3 Minuten oder jede Stunde 6 Minuten läufst, würden sich ausserdem 48 Minuten pro Tag summieren, ohne dass du wirklich deinen Arbeitsplatz verlassen müsstest. Wieso könnte ein Meeting nicht beim Laufen gemacht werden, Ideen kommen sogar besser, wenn man sich bewegt, weil die Blutzufuhr im Hirn gesteigert wird. Oder wieso könntest du nicht deine E-Mails während einer kleinen Wanderung öffnen? Weisst du, dass manche deiner Bücher auch als Hörbücher existieren? Und wieso könntest du morgens nicht ein paar Minuten früher aus dem Haus, dein Auto ausserhalb der Stadt gratis parkieren und zu Fuss zum Arbeitsplatz gehen? Es gibt nur Lösungen zu all unseren schlechten Entschuldigungen...

 

Solltest du danach planen mit Barfussschuhen joggen zu gehen, dosiere dabei die Zeit und die Intensität. Anstatt 20 Kilometer in einer Woche zurückzulegen, teile diese Kilometer in verschiedene Zeiten und beobachte, wie deine Füsse reagieren und sich erholen. Montag 2 km ; Dienstag 4 km ; Mittwoch 8 km ; Donnerstag 1 km ; Freitag 3 km ; Samstag 2 km ; Sonntag 0 km, zum Beispiel. Indem du die Distanzen und die Zeit variierst, gibst du deinen Zellen die Gelegenheit zu regenerieren. 


Laufsport, aber mit welchen Schuhen?

Wissenschaftler beschäftigen sich jetzt mit dieser Frage seit Jahrzehnten. Wir haben ein halbes Jahrhundert damit verbracht, die perfekten Laufschuhe zu entwickeln. Hoher Absatz, kein Absatz, inverse Sohlen, starke Dämpfung, wenig bis keine Polsterung, flexibel, rigid, schwer oder leicht, mit einem bequemen Liegestuhl für die Muskeln deines Fussgewölbes, usw. Es wird einem fast übel, sich mit diesem Thema zu befassen. Meine Professoren an der Universität haben damals empfohlen bis zu 3 Paar Laufschuhe zu besitzen und sie regelmässig auszutauschen, denn jeder Schuh hat ein eigenes Profil und hat bestimmte Auswirkungen auf die Laufart. Also sollte man sogar mit unserem Material "cross-training" treiben. Ich muss sagen, dass diese Idee mir schon besser gefällt, als zu denken, dass manche Leute hunderte von Kilometern mit denselben Schuhen hinterlegen, aus dem Grund, dass diese Schuhe die einzigen sind, die "ihnen keine Blasenbildungen verursachen". In Wahrheit und das hat die Wissenschaft in den letzten Jahren auch erkannt ist der Schuh, der sich für einen Menschen am besten eignet, die nackten Füsse. Sie haben nämlich ein perfektes Design, das ihnen erlaubt, sich an jedes Gelände anzupassen. Und wer barfuss in natürlichem Gelände trainiert, entwickelt die notwendige Muskulatur, um nicht nur unsere Füsse zu unterstützen, sondern auch die Knie-, Hüft-und unsere ganze Wirbelsäulenmuskulatur bis hin zur Schädelbasis. Die Menschen sind während Millionen von Jahren vor unserer Ära barfuss gerannt, ohne sich zu verletzen. Es ist nicht so lange her, dass wir täglich Schuhe tragen und nur ein paar Jahrzehnten, dass wir über spezifische Laufschuhe verfügen. Das Problem besteht darin, dass ein Schuh, so durchgedacht sein Design auch sei, deine Gangart verändert, ohne dass du es dir bewusst wirst. Die Gummisohle erlaubt es dir Gewicht auf Partien zu platzieren, die du sonst niemals auf den Boden geschlagen hättest. Und da du schon Schuhe trugst bevor du überhaupt laufen konntest, hat deine ganze Körperhaltung darunter gelitten. Deine Schuhe "dämpfen" jeder deiner Schritte so, dass du früher oder später die Strukturen abnützt, die niemals dafür gebaut waren, um so viel Belastung aushalten zu müssen. Oder du verletzt dich, weil deine natürlichen Schutzmechanismen umprogrammiert wurden.